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Yap:

Yap SteingeldVon Mantas, Bethelnüssen und Steingeld

Manta ist spanisch. Es bedeutet „grosse Decke“. Die sich wie Vögel oder Fledermäuse bewegenden, teilweise riesigen (6-7 Meter Spannweite) Tiere kann man in vielen Meeren bewundern. Ein Ort eignet sich besonders dafür: Yap, Insel und Bundesstaat des 1979 gegründeten, föderativen Staates Mikronesien. Mitten im westlichen Teil des Pazifik, nördlich von Indonesien/ Papua-Neuguinea, westlich der Marshallinseln. Im Westen liegt Palau, im Norden Guam.

Yap liegt ein paar Grad nördlich des Äquators, das Wasser ist nährstoffreich und konstant 28°C warm. Einige unterseeische Gräben und Kanäle drücken das Wasser in die immer gleichen Bahnen quer zu der zumeist von Mangroven umwachsenen Insel.
Hier, inmitten der Strömung auf vielleicht 20 Meter Tiefe, verborgen zwischen Felsen und Korallen wartet der Putzerlippfisch auf „Kundschaft“. Die Besatzungen dieser Putzerstationen sind meist Familienunternehmen. Ein Männchen und sein Harem von drei bis sechs Weibchen beseitigen Parasiten, reinigen und pflegen die hier wegen des Nährstoffreichtums ganzjährig verweilenden Manta biristris, den Mantarochen.

Manta auf Yap im AnflugDie Strömung ist stark, die Sicht schlecht. Wir sind mit Riffhaken im Kreis um einen Korallenblock am Untergrund verankert. Die Atmung wird wieder ruhiger, der Weg hierher war anstrengend. Gerade noch rechtzeitig habe ich meine Kamera überprüft, denn ich höre das rasselnde Signal unseres Guides. Sie sind da. Wie auf einem belebten Flugplatz schweben die grossen Tiere ein. Einer nach dem anderen, immer auf der der selben imaginären „Landebahn“. Sobald sie den Korallenblock erreicht haben, stoppen sie und suchen sich eine Warteposition. Das Wasser ist recht trübe, wir arbeiten uns vorsichtig und langsam näher an die 6-7 Rochen heran.
Mantamaul, Yap Die Putzerfische und ihre für die Mantas so segensreiche Tätigkeit lässt sich wegen der Sichtverhältnisse nicht beobachten, geschweige denn fotografieren. Aber das positive Ergebnis machmal schon. Plötzlich stellt sich ein Manta fast senkrecht in die Strömung und schlägt mit seinen Flossen wie ein Schwan, der sein Gefieder spreizt und wedelt, um neugierige Eindringlinge zu verscheuchen. Auf Yap sagt man, er tanzt. Warum sie das machen, weiss man nicht, ich vermute, daß sie sich freuen und darum etwas übermütig werden. Kleinere Männchen versuchen, die Gunst der Stunde zu nutzen und bedrängen ein Weibchen in eindeutiger Absicht - was diese nur mit wütenden Schleuderbewegungen quittiert. Meine Frau sagt: „Wenn ich beim Friseur sitze, will ich auch keinen körperlichen Zärtlichkeiten.“ Ich glaube, so ist das hier auch...

Mangroven YapAbhaken, in Drift zurück zum wartenden Boot. Der Heimweg zum Manta Ray Bay Hotel führt durch Mangrovenwälder, der leicht kühle Passatwind hält die Temperatur säuselnd bei durchschnittlich 28°C, das Wasser ist hier glasklar, am Kanalrand kann man das wagenrad-grosse Steingeld bewundern, die zweite Attraktion der Insel.

Mnew Restaurant Manta Ray Bay HotelAm Horizont taucht die Mnew, die riesige Dhow auf, ein asiatisches, hochseetüchtiges Holzschiff, das dem Manta Ray Bay Hotel als festvertäutes Restaurant dient. Die Anlage, auf der sich auch die Tauchbasis „Yap Divers“ befindet, verdient sich Lob: die Menschen, das Essen, das Tauchequipment und das berühmte „Drumherum“ sind wirklich gut. Wir haben uns sehr wohl gefühlt.

Yap DorflebenAuf Yap kann man den letzten Tag oder auch den ein oder anderen Nachmittag mit Landausflügen verbringen. Mal eine Tanzveranstaltung, mal ein Spaziergang mit einer halb-nackten Insulanerin durch den Urwald - aber Hand auf‘s Herz: deswegen sind wir nicht hier.
Yap MakrofotografieUnter Wasser sind natürlich ausser den Mantas auch einige andere Tauchgänge möglich, so zum Beispiel durch das "Magic Kingdom" für die Fans der Makrofotografie. Dennoch, wer hierher kommt, sollte schon unbedingt die Mantas ganz weit oben auf seiner Wunschliste stehen haben, sie sind und bleiben nun mal der Hauptgrund für einen Tauchurlaub auf Yap. Wer den Dreiklang des Pazifiks spielen will (Palau - Yap - Truk Lagoon), sollte, das wäre mein Rat, Yap zeitlich kürzer einplanen, als die beiden anderen Inseln und Yap idealerweise vor Palau einplanen.


Info:
Die Lufttemperatur auf Yap liegt ganzjährig bei durchschnittlich 27° C, die regenärmere Zeit liegt zwischen November und Mai.
Die Wassertemperatur beträgt im Schnitt 28° C.
Die Mantatauchgänge finden meistens in den Kanälen statt, wo je nach Tidenstand die Strömung ziemlich stark sein kann. Für Fotografen wird die Verwendung eines Riffhakens empfohlen.
Die Tauchbasis ist sehr ordentlich geführt, es gibt extra Wasserbecken für Unterwasserkameras sowie mit Lampen und Lupen ausgestattete "Werkbänke" für Kamera-Wartungsarbeiten.

Manta Ray Bay Hotel Yap(Text: ch, Bilder: ch, jh)




Hotel & Tauchbasis:
Manta Ray Bay Hotel & Dive Center
P.O. Box MR, Yap, 96943, Federated States of Micronesia
Tel +691-350-2300; Fax +691-350-4567
www.mantaray.com