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Hotelcheck: Baines Camp, Okavango Delta, Botswana

Himmelbett, Baines Camp, Okavango, BotswanaSchlafen im 1.000-Sterne-Hotel

Mit einem letzten Knattern setzt der kleine Buschflieger auf der „Landebahn“ auf, die sich Baines’ und Stanley’s Camp im Okavango Delta in Botswana teilen. Es ist unser drittes Camp während dieser Reise und gespannt klettern wir aus der Maschine.

Benson, unser freundlicher und kundiger Guide, erwartet uns schon mit dem offenen Jeep – er ist etwas höher als die anderen Fahrzeuge, die uns während der zweiwöchigen Safarireise durch Namibia und Botswana bislang begegnet sind.

Fahrt durchs Wasser, Baines Camp, Okavango, BotswanaDie Erklärung lässt nicht lange auf sich warten: Benson warnt uns noch fröhlich davor, immer ein Auge auf Rucksäcke und Kamerataschen zu haben und fährt schon munter in die erste Riesenpfütze hinein, das Wasser läuft ins Auto – Baines liegt SEHR nah am Flußdelta...

Begrüßung, Baines Camp, Okavango, BotswanaVom Flughafen bis zum Camp benötigt man ca. 45 Minuten, erste Tiere, insbesondere große, schöne und seltene Vögel, zeigen sich links und rechts des Weges. Am Camp angekommen, erwartet uns die komplette Camp-Belegschaft und singt das „Nationallied“ Botswanans, „Pula, Pula“, was gleichzeitig Regen und Segen bedeutet. Das Herz geht uns auf und wir sind wieder einmal überwältigt von der afrikanischen Herzlichkeit und Gastfreundlichkeit.

Wege im Camp, Baines Camp, Okavango, BotswanaZunächst erhalten wir – wie in jedem Camp Botswanas – das sogenannte Briefing: wann gibt es Essen, darf man alleine umherlaufen, wenn ja wohin, gibt es bestimmte Nahrungsmittelunverträglichkeiten, welche Aktivitäten möchte man gerne unternehmen? Auch hier wird der Tagesrhythmus im Wesentlichen durch das Tageslicht und das Verhalten der Tiere bestimmt, dennoch werden in diesem kleinen, intimen Camp – immerhin stellen wir mit 8 Personen 80% der Gäste – weitestgehend unsere Wünsche und Bedürfnisse gerne berücksichtigt.

Eine Aktivität, „Meet the Elephants“, hatten wir schon aus Deutschland vorgebucht, was bei maximal 10 Teilnehmern und nur einer Aktivität pro Tag auch sehr ratsam ist.

Als zusätzliches Schmankerl wurde ein Hubschrauberflug mit offenen Türen – sensationell für begeisterte Fotografen – angeboten, der im Tiefflug über das Flußdelta seine Kurven zieht und ganz neue, ungewöhnliche Perspektiven auf die afrikanische Landschaft und ihre Tiere erlaubt. Baines zählt somit schon unbedingt zu den luxuriösen Varianten eines Safari-Urlaubes im südlichen Afrika und ist sicherlich nicht das Camp der Wahl für den Spargeldbeutel. Aber der Gegenwert, den man geboten kommt, ist mit Geld fast nicht aufzuwiegen.

Der Service im gesamten Camp ist von einer herzlichen, natürlichen und zurückhaltenden Freundlichkeit geprägt. Sonderwünsche werden in der Regel umgehend erledigt, abends ist einer der drei Camp-Manager Gastgeber mit am Tisch (wenn man das möchte) und beantwortet geduldig alle Fragen zu Land, Landschaft und den Tieren.

Und selbst im afrikanischen, wirklich kalten Winter, wird man sanft gedrängt, sich eines der Highlights von Baines nicht entgehen zu lassen: der Nacht im Freien im Himmelbett auf dem Patio vor der eigenen Hütte.

Wenn auch durch diverse Hyänengeschichten aus der Gegend leicht beunruhigt, vertraue ich doch unseren Gastgebern auf Zeit und schlüpfe nach dem Abendessen unter zwei Extradeckenschichten, von unten an die Wärmeflasche gekuschelt und starre entzückt durch das Moskitonetz hindurch in den klaren, afrikanischen Sternenhimmel. Die Gegend hier ist so wenig durch Industrieabgase und das Lichtermeer großer Städte „verunreinigt“, daß man von diesem Teil der Erde problemlos noch die Milchstraße erkennen kann. Und natürlich das legendäre Sternenbild des Kreuz des Südens.

Hyäne, Baines Camp, Okavango, BotswanaAuch im Baines’ Camp nimmt man typischerweise an zwei Tagesaktvitäten teil, eine kurz nach Sonnenaufgang und eine am späten Nachmittag teil. Da wir im vorherigen Camp schon an vielen Aktivitäten auf dem Wasser teilgenommen haben, konzentrieren wir uns hier auf die Land- und Luftaktivtäten. Bei den klassischen Safarifahrten werden wir einmal mehr vom Glück verwöhnt, bei der Üppigkeit der Natur ist jedoch die Vielfalt der Tiere leicht zu erklären. Neben einem Riesenrudel von Löwen sehen wir hier zum ersten Mal junge, verspielte Hyänen und mögen gar nicht glauben, zu welch unansehlichen ausgewachsenen Tieren diese sich mausern können...

Ausblick, Baines Camp, Okavango, BotswanaZwischen den Aktivitäten bleibt Zeit genug, die Annehmlichkeiten und die Gastfreundschaft im Camp zu genießen. Sei es bei der Siesta auf dem Patio vor der Hütte, oder bei einem guten Buch im Loungebereich, statt Fernseher oder Radio läuft im Hintergrund die Liveband aus dem Busch, heute wird das Flußpferdkonzert in D-Moll gegeben...

Zwei weitere Highlights stehen uns noch bevor:

Meet the Elephants, Baines Camp, Okavango, BotswanaDas Treffen mit den Elefanten und der Helikopterflug. Zunächst zu den Elefanten. Doug Groves, ein Amerikaner, ist seit 20 Jahren in Botswana und lebt sein Leben für und mit den Elefanten. Nachdem ein Auswilderungsprojekt mit den friedlichen Riesen gescheitert war, entschloss er sich, der kleinen Herde bestehend aus drei Tieren ein dauerhaftes Zuhause zu geben. Da seine Elefanten auf sich selber gestellt nicht mehr im Busch überleben könnten, finanziert er ihren Lebensunterhalt unter anderem mit geführten Spaziergängen, bei denen man den Elefanten nicht nur auf Tuchfühlung nahe kommt, sondern enorm über viel über ihren Aufbau, Eß- und Lebensgewohnheiten und so manche Eigenart der einzelnen Tiere lernt. „Meet the Elephants“ ist eine hautnahe Erfahrung, die sich mit Worten nur schwer beschreiben läßt und die man sich unter keinen Umständen entgehen lassen sollte!
Website zum Projekt

Helikopterflug, Baines Camp, Okavango, BotswanaDer Helikopterflug ist zugleich Nervenkitzel und ein „Tränen-in-die-Augen-treibendes-Erlebnis“ – nicht nur wegen des Windes, den die ausgebauten Türen in die Kabine jagen, sondern wegen der Schönheit und der neuen Perspektiven, die man über das Flußdelta gewinnt, in dem man sich nach fünf Tagen Aufenthalt schon so heimisch fühlt.

Flußpferde, Baines Camp, Okavango, BotswanaSo ein einzigartiges Erlebnis ist sicherlich nur wenigen Menschen auf diesem Planeten vergönnt. Umso glücklicher dürfen sich diejenigen schätzen, denen sich diese einmalige Gelegenheit bietet und die die Kosten nicht scheuen (müssen), die Tiere Afrikas aus wenigen Metern über dem Erdboden an zu Fuß oder mit dem Auto unerreichbaren Stellen ausfindig zu machen und gleichzeitig den Spuren des sich mäandernden Flusses durch des sumpfige Delta zu folgen...


Bad, Baines Camp, Okavango, BotswanaDas Camp – unter der Leitung der Sanctuary Lodges – legt sehr viel Wert auf die Begriffe, die heuzutage oftmals nur vom Marketing so gern verwendete leere Platitüteden in der Touristik sind: Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung. Das gesamte Camp ist so gebaut, daß es jederzeit wieder entfernt werden kann, ohne eine Spur in der Natur zurückzulassen. So befinden sich zum Beispiel unter den Badezimmern septische Tanks, auf die Konstruktion von in den Boden gelassene Auffangbecken wurde komplett verzichtet.

Die Wände des Camps bestehen aus einem Recyclingkonzept einzigartiger Natur: örtliche Schulkinder wurden angehalten, leere Getränkedosen aufzusammeln und zu verkaufen. Diese Dosen bilden nun, umhüllt von einer stabilen Schicht aus Maschendraht, Elefantendung und Putz die hervorragend isolierenden Wände der Unterkünfte.

Das Camp hat eine private Konzession und kann so abseits der Wege sehr nah an die Tiere heranfahren sowie nach Einbruch der Dunkelheit Pirschfahrten anbieten.

Der Souvenirshop enthält neben den üblichen Postkarten, Büchern und Schmuckartikeln handwerklich hochwertige, geflochtene Bastschalen und –körbe, die zwar im Vergleich zu anderen Camps und Märkten und Botswana sicherlich nicht die günstigsten sind, aber immerhin komplett den Angestellten des Camps, die sie hergestellt haben und damit den örtlich umliegenden Dörfern zugute kommen.


An Aktivitäten stehen zur Auswahl:

  • Safari- und Pirschfahrten im offenen Jeep, auch nach Einbruch der Dunkelheit
  • Aktivitäten auf dem Wasser, zum Beispiel Mokoro-Fahrten und Angelausflüge
  • Meet the Elephants: ein Buschspaziergang mit 3 Elefanten, bei denen man den Elefanten sehr, sehr nahe kommt
  • Helikopterrundlüge
  • Geführte Spaziergänge mit einem Guide
  • Vogelbeobachtung

Unterbringung:
5 Villen mit privatem Deck

Besonderheiten:

Kinder erst ab 12 Jahren

Testdatum: Juli 2007
(Text: jh, Bilder: hb, ch, jh)

Baines Camp (gehört zu Sanctuary Lodges)
Anflug über Maun, von dort weiter mit dem Buschflieger zum Camp. Baines' & Stanleys' Camp teilen sich den Buschflughafen, von dort per offenem Geländewagen in ca. 45 Minuten bis zum Camp.
Tel. (über Sanctuary in Südafrika) +27-11-438 4650; Fax +27-11-787 7658
Baines Website