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Hotelcheck: Okonjima Lodge, Namibia

Gepard, Okonkima, NamibiaPer Du mit großen Mietzekatzen

Auf halbem Wege zwischen Windhoek und der Etosha-Pfanne, nördlich von Okahandja, geht links von der B1 die Schotterstraße ab zur Okonjima-Lodge. Dimensionen, die in Deutschland nicht vorstellbar sind: Wer kann schon von seinem Anwesen sagen, dass es 24 Kilometer weit vom Tor entfernt liegt?

Auf dem Weg zum Bush Camp, einem der vier Unterbringungsmöglichkeiten auf dem Gelände, die Gästen mit sehr unterschiedlichen Budgets den Aufenthalt hier erlauben, recken wir gespannt die Hälse, zu groß ist die Spannung, ob wir hier wirklich so viele Begnungen mit Großkatzen haben werden, wie es die Beschreibung der Lodge vermuten lässt. Na, auf den ersten paar Kilometern auf jeden Fall nicht. So kommen wir müde vom langen Nachtflug mit Air Namibia aus Frankfurt und hungrig in unserem Teil der Lodge an.

Villa, Okonjima, NamibiaFreudige Überraschung: unsere kleine Großfamilie, bestehend aus acht Reisenden, erhält ein Upgrade in die Villa, bestehend aus einem Haupthaus und zwei Nebenhäusern, mit insgesamt vier Schlafzimmern, einem großen Wohn-/Eßbereich, eigenem Koch und eigenen „Gastgebern“, Clive und Roma, die sich während unseres Aufenthaltes exklusiv um unsere Wünsche und Safarifahrten kümmern werden. Kein Wunder, dass sich hier bereits im letzten Jahr Angelina Jolie und Brad Pitt in ebendieser Villa schon sehr wohlgefühlt haben sollen – liegt sie doch vor neugierigen Blicken verborgen und unausgeschildert in der Tiefe der afrikanischen Savanne.

Giraffendekoration, Okonjima, NamibiaSämtliche Unterkünfte auf dem Gelände, von der Familie Hanssen betrieben, sind selber entworfen und mit äußerst viel Liebe zum Detail dekoriert worden: hier eine Nische mit einer afrikanischen Holzskulptur, dort ein Katzen-Bildband auf dem Couchtisch und jede Menge Giraffen auf dem Durchgang von Bett zum Bad im „Master Bedroom“ – hier macht man nicht Urlaub, hier fühlt man sich wie zu Hause bei Freunden.

Schlafzimmer, Okonjima, NamibiaWer des Nächtens tief in das ursprüngliche Afrika eintauchen will, lässt die Zeltplanen der Hütte, die teilweise die Fenster und Wände ersetzen, hochgerollt - oder sich gar das Bett auf die Terrasse schieben. Wir befinden uns im afrikanischen Winter, machen alles zu und sind äußerst dankbar, nach dem Abendessen in unseren Betten eine kuschelige Wärmeflasche vorzufinden.

Der erste Tag mit Aktivitäten beginnt. Wie in Namibia üblich, trifft man sich gegen Sonnenaufgang zu einer Tasse Kaffee oder Tee, es wird Gebäck gereicht und dann geht es auch schon los im offenen Jeep zur Pirschfahrt.

Africat, Okonjima, NamibiaOkonjima ist gleichzeitig Domizil für die Africat Foundation, einer gemeinnützigen Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, gefährdete, verwaiste und verletzte Leoparden und Geparden aufzunehmen, nach Möglichkeit zu rehabilitieren oder ihnen ansonsten ein dauerhaftes Zuhause zu bieten. 70 % der Fläche Namibias ist eingezäuntes Farmland, was für die Großkatzen zwei Probleme darstellt: zum Einen sind sie durch die Zäune in ihrer natürlichen Bewegungsfreiheit eingeschränkt, zum Anderen schießen immer noch viele Farmer die Tiere ab, sobald sie ihren Viehbestand dezimieren. Wenn sie dann allerdings verwaiste Jungtiere entdecken, überkommt sie häufig die Reue und sie bitten Africat, sich dieser Tiere anzunehmen. Die Organisation zieht sie dann mit der Flasche gross und versucht, ihnen das Jagen beizubringen, was sie von der Mutter nicht mehr lernen konnten. Gelingt dies, werden sie in geschützten Gebieten wieder ausgesetzt, in denen allerdings keine Löwen vorkommen dürfen, da die jungen Geparden nie gelernt haben, dass von diesen eine Gefahr für sie ausgeht und ihnen dieses Wissen auch nicht von den menschlichen Ersatzeltern vermittelt werden kann.
Wer schon immer einmal davon geträumt, mit Leoparden und Geparden auf Tuchfühlung zu gehen, kommt bei einem Aufenthalt in dieser Lodge voll und ganz auf seine Kosten.

Geparden, Okonjima, NamibiaAm Vormittag suchen wir die Geparden im Freigelände auf, die noch regelmässig gefüttert werden. Mit von der Partie ist ein verheissungsvoller weißer Plastikeimer. Kaum haben wir das Gate passiert, kommen auch schon 5 der grazilen Geparden gemächlich angeschlichen, lassen sich elegant neben dem Jeep nieder – und fangen zu unserem großen Erstaunen an, lauthals wie ihre europäischen kleinen Verwandten zu miauen, schnurren, gurren und – lauthals ihre Mahlzeit einzufordern.

Die Auslöser unserer Kameras stehen auf Daueraufnahme, doch sobald der Inhalt des Eimers verteilt ist, hört der Spuk auf und die Geparden ziehen von dannen.

Zurück zur Villa, Brunchtime! Durch den frühen Aufbruch – in Namibia richtet sich nun einmal alles nach dem natürlichen Tageslicht und dem Rhythmus der Tiere – werden das eigentliche Frühstück und das Mittagessen zusammengelegt – meist so gegen 10.30 Uhr. Das gibt natürlich ausreichend Zeit, entweder eine Siesta in den gemütlichen Zimmern zu halten, oder auf eigene Faust den Rundwanderweg um die Villa herum zu erkunden.

Hornbill, Okonjima, NamibiaWir entscheiden uns für die Siesta, ich träume gerade davon, den Geparden den Bauch zu kraulen, da werden wir von einem energischen Klopfen geweckt. Sollte der Zimmerservice sich in der Zeit geirrt haben? Aber komisch, vor der Tür ist weit und breit niemand zu sehen. Da klopft es schon wieder. Ach natürlich! Roma hatte uns ja vor den territorialen afrikanischen Tokkos (African Hornbill) gewarnt, die ihr Spiegelbild im Fenster des Bades sehen und die ungebetenen Konkurrenten unermüdlich jeden Tag aufs Neue vertreiben wollen...

Pool an der Villa, Okonjima, NamibiaGegen 15 Uhr finden wir uns im Wohnbereich ein, finden Kaffee, Tee und selbstgebackenen Kuchen vor, und schon geht es weiter zur nächsten Pirschfahrt, diesmal stehen die Leoparden, die demnächst ausgewildert werden sollen, auf dem Programm. Die Leoparden und Geparden in diesem Teil des Projektes tragen Funkhalsbänder, da sie laufend überwacht werden, ob sie ausreichend Jagderfahrung gesammelt haben und selbständig überleben können. Vorteil ist, man findet sie über das Tracking-Gerät relativ schnell und zuverlässig. Nachteil ist, die Bilder sind nicht ganz so authentisch, sieht man doch meistens das Halsband auf dem Bild.

Nach erfolgreicher Jagd mit der Kamera (Leoparden sind wahrlich Weltmeister der Tarnung und fast wäre unser Jeep dem Leoparden über die Pfoten gerollt), folgt die nächste, schöne Tradition des südlichen Afrikas: der Sundowner. Vor der Nachmittagspirsch werden Getränkewünsche aufgenommen, die Guides halten den Jeep mitten im Busch an, kredenzen Getränke und kleine Snacks und die glutrote Sonne taucht die Landschaft in ein warmes Licht, bevor sie am Horizont versinkt.

Abends gibt es Steak vom Oryx oder Kudu – zarter als jedes Rindfleisch beim deutschen Metzger, aber zuweilen etwas schwierig im Kopf zu trennen, dass man abends verspeist, was man tagsüber noch so begeistert fotografiert hat. Dann jedoch – einer deutschen Kuh auf der Wiese würden wir auch nicht wehmütig hinterherschauen, oder?
Mit Oryx und Rotwein im Bauch schlummern wir selig den Abenteuern des nächsten Tages entgegen und träumen von jagenden Leoparden und den bernsteinfarbenen Augen der Geparden.

The Villa, Okonjima, NamibiaDie Unterkunftsmöglichkeiten:
Das Main Camp ist die günstigste Möglichkeit, den Großkatzen aus nächster Nähe in die Augen zu blicken.
Das Bush Camp ist etwas kleiner und intimer, hier wohnt man in Rundhütten, die auch wiederum die Möglichkeit haben, an einer Seite die „Wand“ hochzuziehen und die Grenze zur freien Natur nochmals zu verringern.
Die Villa liegt komplett versteckt und unausgeschildert ca. 10 Kilometer vom Busch Camp entfernt.
Der Villa-Komplex besteht aus 2 Häusern mit jeweils zwei Woh- und Badbereichen, einem großen Wohn-/ Eßzimmer, eigenem Pool, Außenterrasse mit Blick auf ein Wasserloch, Feuerstelle und eigenem Koch-/ Servicepersonal.
Die Bush-Suite mit zwei Zimmern ist die luxuriöseste und teuerste Unterbringungsmöglichkeit auf Okonjima.

Kapazität Gäste:
Main Camp: 10 komfortable Doppelzimmer
Bush Camp: 8 Chalets im afrikanischen Stil
Villa: 4 Zimmer: 8-12 Personen
Private Bush-Suite: 2 Zimmer, 4 Personen

An Aktivitäten stehen zur Auswahl:

  • Leopardenbeobachtung: Die Leoparden werden aus offenen Jeeps heraus beobachtet. Auf Grund des Wiedereingliederungsprojektes tragen sie Funkhalsbänder!
  • Gepardenbeobachung: Die Geparden werden vormittags beobachtet, hier stehen verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl:
    • Suche per Funk/Verfolgung zu Fuß
    • Fütterung/Beobachten aus dem offenen Jeep
  • Bushman Walk: Sehr informativer Spaziergang durch die Natur, bei dem man erfährt, wie die Buschmänner leben und insbesondere in der kargen Natur überleben.
  • Naturspaziergänge
  • Vogelbeobachtung

Besonderheiten:

Kinder unter 12 Jahren werden von der Versicherung des Camps nicht abgedeckt und können demzufolge leider nicht aufgenommen werden.

Im Winter freut man sich besonder über die Wärmeflasche, die man abends im Bett vorfindet.


zuletzt gestestet: Juni 2007
(Text: jh, Bilder: ch, jh)

Okonjima Lodge
Okonjima liegt auf halbem Wege zwischen Windhoek und dem Etosha-Nationalpark, an der B1.
Von Windhoek aus fährt man ca. 2 1/2 Stunden.
Tel +264-687032 / 3 / 4; Fax +264-67 687051
www.okonjima.com