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Ubud/Bali, Indonesien

Willkommen auf BaliEin Kochkursus der etwas anderen Art

Bei der Urlaubsrecherche für den geplanten Bali-Urlaub Ende der neunziger Jahre traue ich meinen Augen kaum: diese Insel ist voll vernetzt! Internet-Cafés scheint es an jeder Straßenecke zu geben und selbst Anbieter von Wildwasseraktivitäten und der örtliche Rollerverleih verfügen über einen eigenen - mal mehr mal weniger gelungenen, aber immer sehr farbenfroh daherkommenden - Webauftritt.

Reisterrassen, Bali, IndonesienDa macht das Einlesen in den Urlaub grad noch mehr Spaß! Schnell ist die Wunschliste für diverse Ausflüge und Aktivitäten gefüllt. Sonst normalerweise gar nicht unsere Art der Urlaubs-"ver"-planung, eigentlich lassen wir uns lieber von den Angeboten vor Ort leiten.
Eine Webseite mit ihrem Angebot zieht mich jedoch magisch in ihren Bann - damals noch mit weit weniger Inhalten und Erklärungen bestückt als heute: "Join Casaluna for a Balinese Cooking Class - we will cook anything unusual we find on the market."
Klingt gut. Da geht jemand erst einmal fachkundig mit uns einkaufen, erklärt uns die exotischen Gewürze und Gemüse der tropischen Insel und hinterher dürfen wir mit im Kochtopf, pardon Wok, herumrühren, während uns gemächlich das Wasser im Munde zusammenläuft.

Marktgemüse, Bali, IndonesienDoch zunächst gilt es einmal, Bali überhaupt zu erreichen. 1998 ist das Jahr der studentischen Unruhen, die nach etlichen Toten schließlich zum Rücktritt von Präsident Suharto führten, der immerhin 32 Jahre im Amt war.
Unsere Garuda-Maschine hebt schließlich mit 45 Gästen an Bord von Frankfurt ab und wir landen auf einer relativ von touristen verlassenen Insel. Nach einem kurzen Aufenthalt in Kuta Beach zieht es uns direk weiter nach Ubud, wir finden Unterkunft in einem gemütlichen Gästehaus und ich mache mich auf den Weg, um den Kochkursus für den folgenden Tag zu buchen.

Ubud Markt, Bali, IndonesienAm darauffolgenden Morgen, nach einem schnellen Frühstück, finden wir uns mit weiteren 5 Kursteilnehmern pünktlich um 8 Uhr im Casa Luna ein. Janet de Neefe, die Kursleiterin, Australierin und mit einem Balinesen verheiratet, erklärt uns kurz den Tagesablauf und schon geht es los mit dem Minibus, den Kursteilnehmern und einer Einkaufshilfe Richtung Markt. Das Motto des Kurses ist in der Tat Programm. Janet sagt uns, wir sollen einfach auf alles zeigen, was wir nicht kennen, das würde ihre Hilfe dann kaufen und zurück bei ihr im Haus würden wir daraus die Gerichte herstellen.
In der Theorie soweit, so gut. Ich folge der Truppe, drücke vorsichtig hier ein Gemüse, rieche dort an einer interessant aussehenden Frucht und versuche dabei immer, mir vorzustellen, wie das wohl schmecken mag. Eine sich auf dem Selbstfindungstrip befindende US-Amerikanerin ist da weniger zögerlich, zeigt begeistert auf einen großen, roten Plastiktopf mit etwas Wasser und lebendigen, sich windenden Mini-Aalen und quietscht begeistert: "Oh, how cute they are!" Die Einkaufshilfe, offensichtlich der englischen Sprache nicht so ganz mächtig, nimmt das als untrügliche Aufforderung, die Viecher zu kaufen, die leider von da ab, inklusive auf dem Rückweg im Minibus, permanent versuchen, durch die Löcher des Plastikeinkaufskorbes zu entweichen und nähere Bekanntschaft zu schließen.
Schließlich findet Janet, wir hätten den Sachkundeunterricht beendet und genügend Zutaten eingesammelt.

Da unsere Gruppe klein genug ist, um zusammen unterrichtet zu werden, bekommt zunächst jeder eine Kleinschnibbel-Aufgabe zugeteilt. Zwei balinesische Köchinnen übernehmen die Hauptregie und das eigentliche Kochen, während Janet uns die Unterschiede der westlichen und östlichen Ernährung erklärt. So ist zum Beispiel für Balinesen Reis der Hauptbestandteil der Mahlzeit und alles andere wird als geschmackgebende Ergänzung verstanden. Während bei uns der Reis eher lieblos an der Seite von Fleisch oder Fisch als Sättigungsbeilage nur eine unbedeutende Nebenrolle spielt.

Auch das Dekorieren und die Präsentation haben einen hohen Stellenwert. Balinesen mögen lieber adrett zurechtgemachte, in mundgerechte Häppchen zerteilte Mahlzeiten zu sich nehmen, als ein klobiges, unansehnliches Stück Fleisch.

Hühner auf dem Markt, Bali, IndonesienDas Ergebnis des Kochkurses spricht in der Tat für sich. Aus den kleingehackten Aalen wurde ein für europäische Zungen zwar eigenartig schmeckender, aber auf einem Blatt optisch perfekt präsentierter Salat angerichtet. Auch die anderen Speisen lassen einem zumindest vom Angucken her das Wasser im Munde zusammenlaufen. Den krönenden Abschluss bilden grüne Pfannekuchen mit einer köstlichen Kokosnußfüllung. Beglückt nehmen wir die Rezepte in Empfang und planen schon die ersten kulinarischen Selbstversuche in heimischen Gefilden. Na, und wenn unsere Marktfrau daheim halt keinen Mini-Aal im Angebot hat, wird unsere balinesische Kochmeisterin gewiss ein Auge zudrücken, wenn wir die eine oder andere Zutat durch unserem Gaumen gewohntere Artgenossen ersetzen...

Nach heutiger Betrachtung der Webseite der Casa Luna Cooking School scheint der Ablauf zwar mittlerweile etwas kommerziellerer Natur zu sein, den Kursus mit der Markttour gibt es aber immer noch und ist sicherlich ein unvergeßliches und einzigartiges Erlebnis für Liebhaber der asiatischen Kultur und Küche. Also - ab nach Bali und nichts wie ran an den Wok!

(Text: jh, Bilder: jh)

Casa Luna
Jalan Raya, Ubud - Bali, Indonesien
Tel/Fax +62-361-973282
www.casalunabali.com

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